Wie wird Abfindung Besteuert

Inwiefern wird die Abfindung besteuert?

Es besteht jedoch die Möglichkeit der so genannten Ein-Fünftel-Regel, da die Besteuerung der Abfindung in einem Jahr zu einer enormen Steuerbelastung führen würde. Abfindungen werden unter bestimmten Voraussetzungen als Ausgleich nach der sogenannten "fünften Regelung" besteuert. Eine Abfindung wird vom Gesetzgeber anders besteuert als das laufende Einkommen. In Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen ist die Besteuerung von Abfindungen detailliert geregelt. Eine fünfte Regel, da eine Abfindung unter bestimmten Bedingungen als außerordentliches Einkommen besteuert werden kann.

Vergütungsbesteuerung

Der Abfindungsanspruch gilt als Einkommen aus dem Arbeitsverhältnis und ist somit einkommensteuerpflichtig. Dementsprechend hat der Auftraggeber bei Fälligstellung der Abfindung den ihm zustehenden Einkommensteueranteil einzubehalten und an das Steueramt abzuführen. Im Jahr 2006 hat der Bundesgesetzgeber das Recht abgeschafft, eine Abfindung oder einen Teil davon ersatzfrei und unentgeltlich zu beziehen.

Seitdem wird die Steuererleichterung nur noch durch die so genannte fünfte Regel gewährt, da eine Abfindung unter bestimmten Bedingungen als Sonderertrag besteuert werden kann. Die Abfindung ist jedoch prinzipiell vollständig als Lohn zu versteuern. Dieses alte System sah eine Steuerbefreiung für alle Abfindungszahlungen bis zu einem Betrag von maximal EUR 6.000 und weitere differenzierte Steuervergünstigungen für einige andere Mitarbeiter vor.

Durch die ersatzlose Aufhebung von § 3 Nr. 9 STG hat der Bundesgesetzgeber damit die Steuerprivilegierung bei Abfindungen gänzlich aufgehoben. Für den Abzugszweck der Einkommensteuer für die Abfindung muss dem Auftraggeber eine Einkommenssteuerkarte ausgestellt werden. Wenn der Mitarbeiter keine weitere Anstellung hat, ist dies in der Regelfall die erste Einkommenssteuerkarte.

Besteht jedoch bereits ein anderes Arbeitsverhältnis mit einer Einkommenssteuerkarte, muss dem arbeitgebenden Unternehmen, das die Einkommensteuer auf die Abfindung abzieht, eine zweite Einkommenssteuerkarte ausgestellt werden, die dann die Einkommenssteuerklasse VI aufnimmt. Legt der Mitarbeiter überhaupt keine Lohntarifkarte vor, ist der Dienstgeber dazu angehalten, die Abfindung dem Lohnenteuerabzug nach der Lst. VI zu unterwerfen.

¿Wie läuft das Fünftelsystem für die Bemessungsgrundlage von Abfindungen ab? Der Abfindungsbetrag wird zunächst durch den fünften Betrag geteilt. Diese fünfte wird dann zu den anderen Einkommenskomponenten hinzugefügt. Ausgehend davon wird dann die aus dem so ermittelten Jahresertrag resultierende Pauschalsteuer errechnet. Dieser wird dann mit der niedrigeren Belastung verglichen, die sich bei Nichteintreibung der Abfindung ergäbe.

Das Entgelt muss innerhalb eines Kalenderjahrs an den Mitarbeiter gezahlt worden sein. Dies muss nicht das Jahr sein, in dem der Mitarbeiter das Unternehmen verlassen hat. Der Abfindungsbetrag muss über dem Wert liegen, den der Mitarbeiter in diesem Jahr sowieso erlangt hätte, wenn das Arbeitsverhältnis fortgesetzt worden wäre. Wenn das Bruttojahreseinkommen eines Mitarbeiters ca. EUR 24.000 pro Jahr ausmacht, beläuft sich die Einkommensteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag) bei einem Steuersatz von 17,6% auf EUR 4.400.

Wenn der Mitarbeiter eine Abfindung von EUR 30000 erhalten hat, wird 1/5 der Abfindung als laufendes Gehalt gezählt (1/5 von EUR 30000 = EUR 6 000 + EUR 30000 = EUR 30000). Der Grund für die Fünftel-Regel ist, eine Einkommensanhäufung zu vermeiden, die mit der Idee der steuerlichen Gerechtigkeit unvereinbar ist.

Würde der Besteuerungspflichtige sein Gehalt und die gleichzeitig bezogene Abfindung zahlen müssen, würde der anwendbare Steuersatz nicht dem vorherigen entsprechen, der auf seiner gewohnten Einkommenssituation beruhte. Stattdessen würde die erhöhte Besteuerung allein durch die Höhe der Abfindung verursacht werden. Dadurch würde der Mitarbeiter durch die vereinnahmte Abfindung aus steuerlicher Sicht nachteilig beeinflusst.

Die Fünftelregel soll diese Steuerungerechtigkeit vermeiden. Zur Ermöglichung einer günstigeren Steuergestaltung für den Mitarbeiter ist es auch möglich, die Frist für die Zahlung der Abfindung auf das folgende Jahr zu verlegen. Weil die Versteuerung der Abfindung von ihrem Mittelzufluss abhängig ist, muss die Abfindung unter diesen Voraussetzungen erst im folgenden Jahr besteuert werden.

Die Abfindung muss daher im Prinzip nicht in dem Jahr gezahlt werden, in dem das Anstellungsverhältnis beendet wird. Tritt z.B. das Kündigungsschutz-Gesetz ein, kann ein Mini-Jobber auch Anspruch auf den gesetzlichen Ausgleichsanspruch nach 1a KSchG haben, wenn nur die korrespondierenden Voraussetzungen für den Ausgleichsanspruch erfüllt sind.

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