Systemische Theorie

Die Systemtheorie

Nicole Luhmann ist einer der meistzitierten Theoretiker auf dem Gebiet der systemischen Familientherapie. Conrad Peter Grossmann, Wien: Längst befassen sich Elisabeth Wagner und Ulrike Russinger mit der verstärkten Einbindung von affektdynamischen Konzepten in die systemische Anwendung. Im Klett-Cotta haben sie ihre Vorstellungen nun in einem Werk mit dem Namen "Emotionsbasierte systemische Behandlung". Emotionale systemische Behandlung. Für Luc Ciompi ist es ein "hochinteressanter Ansatz, eine praxistaugliche Ordnung in das Wachstum des heutigen systemischen therapeutischen Fachwissens zu bringen und vor allem die Emotionsdynamik besser zu integrieren".

Eine Schlussfolgerung des Buches ist, dass die Beschwörung positiver Zustände, von Resourcen, von anpassungsfähigen emotionalen Mustern als eine der Hauptaufgaben der psychotherapeutischen Arbeit verstanden werden kann", so Konrad Peter Grossmann. Es ist den Autoren mit ihrem Werk geglückt, einen wegweisenden Beitrag zu verfassen, der nicht nur die Theorie und Anwendung der (längeren) systemischen Individualtherapie beeinflusst, sondern auch in anderen Zusammenhängen - der Paar-, Familien- und Bewegungstherapie sowie in therapiebezogenen Arbeitsbereichen - zum Tragen kommen wird.

"Die Zeitschrift ist in den Systemische Nr. 1 der Wienischen Forschungsanstalt für Systemische Familietherapie veröffentlicht und taucht hier mit der freundlichen Erlaubnis derselben auf. Conrad Peter Grossmann, Wien: Zu Beginn des Sommer haben mich meine Kollegen Ulrike Russinger und Elisabeth Wagner gebeten, im Zuge der für den Sommer vorgesehenen Vorstellung ihres Buches "Emotionsbasierte systemische Therapie" bei der Lehrerbildungsanstalt für Systemische Familietherapie zwei Gitarrenstücke zu singen.

Es enthält Elisabeths und Ulrike's Bitte, eine Besprechung ihres Buches für die "Systemischen Noten" zu verfassen. Die Texte von Elisabeth Wagner und Ulrike Russinger sind - nach einem Einleitung von Kurt Ludewig und einem einleitenden Kapitel - in zwei Abschnitte unterteilt, die jeweils neun und fünf Kapitel umfassen. Im ersten Teil geht es um die Theorie der emotionsbasierten Systemtherapie, im zweiten um die mit diesem Konzept verbundenen Therapieansätze und -methoden.

Ergänzt wird das Werk durch individuelle Schlussworte der beiden Autoren. "Entspricht die Theorie, auf der wir die Systemische Therapien aufbauen, immer noch der Form der Systemischen Therapien, die heute praktiziert werden? "Dies ist die Anfangsfrage der Autoren, die mit der Darstellung der Beweggründe ihres Schaffens verbunden ist: "Am Anfang standen die Erfahrungen, dass wir mit dem konventionellen Intervallrepertoire und dem Fallbeispiel der systemischen (Kurz-)Therapie einigen Menschen mit hartnäckigen Mustern schmerzhafter Erfahrungen nur bedingt mithelfen können, dass wir Stress abbauen können, aber dass wir problemerhaltende Denkmuster sentimentalen Denkens nicht adäquat beheben können" (S. 16).

Gerade diese Erkenntnis rechtfertigt ihre Suche nach einer Konzeptionierung von intrapsychischen Prozessen, die der zentralen Rolle der Gefühle Rechnung trägt und ihrer praktischen und spekulativen Ausgrenzung in der Systemtherapie entgegenwirkt in Levold (1997). Im Mittelpunkt des Texts stehen lange individuelle Therapien, die - so die Autoren - ein tieferes Verständnis des Falles und spezifischer Prozessgestaltungsformen voraussetzen.

Um diese Problematik zu erkennen, sind systemische Therapeuten aufgefordert, durchweg moderat zu sein und sich von pathologischen Ansätzen zu distanzieren: Sie schließen diese Kluft, indem sie auf Synergieeffekte (Schiepek et al. ^ 2013) und auf basalpsychologische Praxiskonzepte verweisen, die als Referenzmodelle für die intrapsychologische Modellbildung dienen können. Dies tun sie streng, aber gleichzeitig mit einer bedeutenden Einschränkung: "Klinische Begriffe aus anderen Fachgebieten können (....) als Systemtherapeut vergleichsweise einfach eingesetzt werden, solange man die für die systemische Behandlung entscheidende Therapiehaltung und die Erkenntnisposition nicht vernachlässigt.

"Es wird das Grundbedürfnismodell von Merl sowie das schematische Muster der Erlebnisorganisation genauer diskutiert, bei dem die Autoren sowohl theoretisch als auch neurologisch gesehen solche als solche begreifen, die sich selbstständig und selbst organisiert formen und ihre Fortdauer durch Fortpflanzung sichern" (S. 62). Die Autoren werden sich in einem weiteren Abschnitt auf die von ihnen als theoretisch fundierte Grundlage der emotionsbasierten systemischen Behandlung bezeichneten Krankheitsbilder konzentrieren.

Dabei wird auch die Prozesschoreographie der schematherapeutischen Anwendung anschaulich aufbereitet. Nach Wagner und Russlinger müssen diese neuen Strukturen mehr sein als Kognitionskonzepte, mehr als Erzählungen, mehr als und anders als "gute Absichten": Sie müssen sensibel verwurzelt und zwangsläufig beschäftigt sein, mit gewünschten Empfindungen Hand in Hand gehen, mit greifbaren Erlebnissen verbunden sein, einen entscheidenden Beitrag leisten.

Rußinger und Wagners Beschreibung von Aufgaben zur aufmerksamen Wahrnehmung und zur Förderung der aufmerksamen Selbstbesinnung, der Wiederaufbau eines "inneren Helfers", mit dem ein Kunde/Kunde Kontakte knüpft und Bestätigung oder Trost verbreite. Eine Schlussfolgerung des Buches ist, dass die Beschwörung positiver Zustände, von Resourcen, von anpassungsfähigen emotionalen Mustern als eine der Hauptaufgaben der psychotherapeutischen Arbeit gelesen werden kann.

Als " Koinzidenz " (oder besser gesagt: die Assoziationsstruktur meines Neuronalsystems ) wünscht, kann diese Voraussetzung auch in You`ve got a Freund gefunden werden. Der im Duo entstandene Schriftzug von Ulrike Russinger und Elisabeth Wagner enthält die gleichen Eigenschaften. Beiden ist es mit ihrem Werk gemeinsam geglückt, einen bahnbrechenden Beitrag zu verfassen, der nicht nur die Theorie und Anwendung der (längeren) systemischen Individualtherapie beeinflusst, sondern auch in anderen Zusammenhängen - der Paar-, Familien- und Gruppentherapie sowie in therapiebezogenen Arbeitsbereichen - zum Tragen kommen wird.

Das ist aber auch gut, denn das Werk wird dadurch immer mehr Leser vorfinden. Elisabeth Wagner und Ulrike Russinger, beide Pädagoginnen an der Hochschule für Systemische Familiestherapie Wien, haben ein Fachbuch veröffentlicht, mit dem sie nicht weniger als die systemische psychotherapeutische Behandlung auf den Weg bringen wollen. Die Hauptmotivation für dieses Werk war es, seelische Begriffe - d.h. Karten - zu präsentieren, die das Fall- und Wirkungsverständnis der systemischen Individualtherapie ausdehnen, mit dem systemischen theoretischen Diskurs verbindbar machen und die Auswirkungen auf die Übung darzustellen", so Elisabeth Wagner, die die meisten Abschnitte verfasst hat.

"Der Grund dafür war die Feststellung, dass sich die systemische psychotherapeutische Behandlung in der Praxis (individueller als die mehrköpfige Einstellung, unkritischer Einsatz scheinbar praktikabler Eingriffe anderer Schulformen, systemische Behandlung als nicht unbedingt "kurz") und ein Mangel an einer entsprechenden Erweiterung der theoretischen Grundlage oder eines Spiegelbildes derselben in aktuellen Schulbüchern. Der Autor stellt fest, dass es kein differenziertes systemisches Konzept der innerpsychischen Funktionsfähigkeit gibt, ein explizites Verständnis der Seelen.

So machen sie sich auf die Suche - im Systemfeld und jenseits ihres eigenen Horizonts. In verständlicher Weise begründen sie, dass es nicht darum geht, eine endgültige Entscheidung für oder gegen eine "Störungskonzeptionalisierung" zu treffen, sondern Störungs- und Lösungskenntnisse auf systemisch-konstruktivistische Weise in angemessener Weise im Verhältnis zu Fall und Situation bewußt einzusetzen.

Der erste von zwei Abschnitten des Buches startet vor diesem Hintergund mit einer spannenden Zeitreise durch die Historie der systemischen Theorie und Behandlung und befragt nach den Konzeptionen der verschiedenen Ströme und Entwicklungen und wie sie stimuliert wurden. Sie schließt die Lücke zur Synergie als Selbstorganisationskonzept, das auch für die Konzeption von neuronalen Systemen und damit als Brillenglas für die Ergebnisse der Neurowissenschaft entaussteht.

Bei Ludwig Reiter verlangen die Autoren sachkundige Therapeuten mit reflexiertem Wissen und betrachten die gezielte Reduktion der Komplexität durch seelische Konzeptionen zum Fallbeispiel, konsistente Therapiemaßnahmen und Interventionsplanungen als angemessen. Dabei geht es darum, diese Begriffe zu verwenden, ohne die Therapiehaltung und die epistemologischen Standpunkte des Systems aufzulösen. In diesem Kontext werden drei basalpsychologische Ansätze kurz vorgestellt:

Nach Tom Levold beschweren sich die Autoren darüber, inwieweit das Subjekt der Beeinflussung im Systemfeld noch ausgeschlossen oder entwertet ist. Dabei beobachten sie eine kognitive Schwere in der systematischen Tätigkeit und eine Einschränkung des Verständnis von Therapie. Die Psychologiekonzepte werden hier nicht als selbstverständlich präsentiert, sondern unter die systemische Schutzbrille gestellt, um z.B. vor eventuellen Onthologisierungen zu warnen und gleichzeitig mit Hilfe von Zitatbeispielen wichtiger Systemautoren systematisch (re)formuliert.

Eine aus neurobiologischer Perspektive gut lesbare Exkursion zur Systemtherapie führt eine Einleitung in die Einsichten und Vorstellungen der Neurowissenschaften ins Bewusstsein, zur Repetition derselben, zum bewussten - unbewussten - Themenbereich und verknüpft diese mit systemisch-konstruktivistischen Einsichten. Die Autoren beschäftigen sich insbesondere mit dem professionellen Verständnis von Fällen in der Systempsychotherapie.

Neben einem echten Systeminteresse an der Klärung von Zielen und Missionen ist dies auch eine erste Diagnostik im Sinn der präsentierten Psychologiekonzepte: Ob und wenn ja, welche Formen der intrapsychischen Selbsterfahrung in die schmerzhafte Erfahrung einbezogen werden können und wie diese für den gewünschten Wandel spezifisch behandelt werden müssen. Sie machen anhand von sehr deskriptiven Fallstudien anschaulich klar, warum sie dies empfehlen und wann sie den "klassischen" Systemansatz für hinreichend und optimales Vorgehen erachten.

Der Zugang von Frau Greenberg zur emotionalen Behandlung beinhaltet die Differenzierung von Gefühlen, Emotionsverarbeitungs- und -verarbeitungsstörungen sowie die entsprechende Klärungs- und Änderungsarbeit mit dem Klienten durch die gezielte Platzierung von biografischen Brillen. Dabei werden verschiedene fehleradaptive Methoden konstatiert (inneres Kinde, innere Mutter,....) und ein Phasemodell zur Verarbeitung angeboten, was für Kollegen, die ausschließlich systematisch arbeiten, etwas seltsam erscheinen mag.

Sie machen sich diese Begriffe nicht zu eigen. Auf der einen Seite kritisieren sie die Systemtheorie, die das Unwohlsein der Leser rekapituliert, und auf der anderen Seite vorschlagen, wie und durch was man bei der Zusammenarbeit mit Menschen, die psychologisch-diagnostisch als strukturell schwach bezeichnet werden, d.h. wenig Mittel, schwere und schmerzhafte Innenzustände, lange Leidensstorys haben, systematisch stimuliert werden könnte.

Die zweite Hälfte des Bandes befasst sich mit der Übung und den Therapiemaßnahmen. Für die beschriebene Kundengruppe erhoffen sich die Autoren, dass systemische Psychotherapeuten über wirkungsorientierte Eingriffe verfügen werden. Hier beschreibt man echte systemische Eingriffe, aber auch solche, die - vor dem Hintergund der Konzeption in Teil I - gut in den Systemkanon hineinpassen oder systematisch weiter entwickelt werden können: wie z.B. Eingriffe zur Selbstmitleidsförderung, zum Umgangs mit emotionalen Fluterfahrungen, zur Auseinandersetzung mit dem Ideal des Selbst, mit so genannten internen Rezensenten oder mit biografischen Ablauf.

Alles in allem ein für mich empfohlenes Unterfangen. Unabhängig von der persönlichen Positionsbestimmung im Kontext des so genannten Disorder Diskurses in der Regulationstherapie fördert dieses Werk Reflexion, Reflexion und Weitsicht, ist verbindbar und systematisch verwurzelt. Sie führt neue Gedanken und Standpunkte ein und entspricht damit der Systemnachfrage, indem sie die therapeutischen Handlungsoptionen ausweitet und nicht beschränkt.

Sie stimuliert die Menschen, über die Vielfalt ihrer eigenen Klienten nachzudenken und sich selbst vom impliziten oder expliziten Verständnis von Fällen zu überzeugen, das ihre eigene Vorgehensweise bestimmt. Die Einführung in die Theorie ist nach wie vor leicht zu verstehen und kann auch für Kollegen, die sich weniger für die Theorie interessieren, stimulierend und aufschlussreich sein. Von Vorteil ist der bewusst auf die psychotherapeutische und nicht auf alle willkürlichen Anwendungsbereiche des Systems und auf die individuelle Therapie, die mir in der Systemliteratur oft an den Rand gedrängt wird.

Wer sich noch nicht mit dem Thema Neurologie befasst hat, wird hier eine knappe Einleitung finden, die jedoch praxisorientiert und verbindbar ist und auch systematisch durchdacht wird. Inwieweit es erforderlich ist, zur Weiterentwicklung der systemischen psychotherapeutischen Versorgung auf externe Behandlungskonzepte wie emotionale oder schematische Therapien zurÃ?

Verlagsangaben: Die Systemische Psychotherapie in ihren unterschiedlichen Formen hat sich in den letzten 50 Jahren neben der Vertiefungspsychologie und der verhaltenstherapeutischen Behandlung als wichtige Säule durchgesetzt. Eine konzeptionelle Ausweitung ist jedoch zwingend erforderlich, da die systemische Behandlung in der Regel auch vorwiegend als Einzelbehandlung erfolgt. Das vorliegende neuartige Werk konzentriert sich auf innerpsychische Vorgänge und Erkrankungen, die im Systemkontext nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Theoretisch und in detaillierten Fallbeispielen zeigt die Autorin, wie gerade die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Thema Gefühl nicht nur in die Grundorientierung des Systemverständnisses von Krankheit integriert werden kann, sondern es auch konzeptionell anreichert. Anhand vieler Beispiele und Fallbeispiele aus der praktischen Anwendung. Inhalte: Einführung: Warum ein Fachbuch über systemische Einzellösungen? Stimmt die Theorie, auf der wir die systemische Behandlung aufbauen, noch mit der heute praktizierten Systemtherapie überein?

5.3 Was tut unser Hirn? 7.3 Was bedeutet das für die Übung? 8.5 Wie kann das berufliche Fall-Verständnis von Systemtherapeuten durch die Konzepte von EFT bereichert werden? 9.5 Wie kann das fachliche Fall-Verständnis von Systemtherapeuten durch das Schema-Modus-Konzept bereichert werden? Dr. Elisabeth Wagner, Spezialistin für psychiatrische und psychedelische Heilkunde, Physiotherapeutin (Systemische Familientherapie); Dozentin am Institut für Systemische Therapien, Wien; Privatpraktikerin für Einzel-, Paar- und Haushaltstherapie.

Dr. Ulrike Russinger, Magistra in Physiotherapie, Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin, Ausbildung in Systemfamilientherapie und kundenzentrierter Tiefenpsychotherapie; Dozentin am Institut für Systemische Familiestherapie, Wien; freiberufliche Tätigkeit für Physiotherapie, Therapeutische und Psychologische Betreuung, Coachings und Betreuung.

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