Steuer bei Abfindung

Abgangsentschädigung

Deine Abfindung ist steuerpflichtig. Die Frage bleibt: Gibt es zumindest eine Steuersenkung? Muß ich für eine Abfindung Steuern zahlen?

Der Vergleich und die Steuer. Die wichtigsten Hinweise für die Mitarbeiter

Es stellt sich immer wieder die berechtigte Sorge, ob Abfindungszahlungen besteuert werden sollen. Der Gedanke spukte immer noch in den Kopf vieler über die Vorstellung herum, eine vom Auftraggeber bezahlte Vergütung kann zollfrei erhalten werden. Bei jeder Abfindung handelt es sich zunächst um ein voll zu versteuerndes Ergebnis. Man denke an Max Abfindikus, er ist Single, hat keine Nachkommen.

Die Einkommensteuer beläuft sich auf 5.601 zuzüglich Solidaritätszuschlag von 308 (alle Beträge gerundet). Damit wird sein Gehalt mit einem durchschnittlichen Steuersatz von 19,7% besteuert. Bereits ein Jahr später ist Abfindikus Abteilungsleiter und erwirtschaftet heute 34.000 Euro Bruttoeinkommen. Sein Einkommensteuer ist dann 6. 899 plus 379 Euro SOIL.

Die durchschnittliche Steuerquote liegt dann bei 21,4%. Betrachtet man nun aber nur noch die Steuer auf Zusatzerträge von 4000, wird der Ausdruck "progressive Einkommensteuer" klar. Mit der Zusatzsteuer von 1.369 ? (davon 1.298 ? Einkommensteuer und 71 ? Solidaritätszuschlag) werden 34,2% seiner Zusatzverdienste an das Finanzamt gezahlt.

Ein etwaiger Abfindungsanspruch steigert das zu versteuernde Ergebnis in gleicher Weise wie eine Gehaltssteigerung. Die Abfindung wird im Verhältnis zum regulären Ertragsteuersatz auch mit einem wesentlich höheren Satz versteuert. Betrachten wir Max Abfindikus noch einmal. Seine Arbeitgeberin verlegt die Fertigung ins europäische Ausland und gewährt ihm eine Abfindung von vier Monatslöhnen in einer Gesamthöhe von 12.000 Euro.

Sein Einkommenssteuerbetrag beläuft sich dann im Jahr der Abfindung (Einkommenssteuer inkl. Soli) auf 11.850. Die durchschnittliche Steuerquote liegt damit bei 25,8%. Betrachtet man die vereinzelte Abfindung, so ergibt sich, dass die Zusatzsteuer von 4.572 ? seine Abfindung um gut 38% reduziert. Aber es gibt einen Weg, um die hohe Steuerkorrektur zu unterdrücken.

Der so genannte Fünftelgrundsatz kann unter gewissen Bedingungen die Steuerlast senken. Am wichtigsten ist die so genannte Einkommensakkumulation: Eine über mehrere Jahre (oder nur im Monat September und Monat darauf) gezahlte Abfindung kann nicht mit Hilfe der Ein-Fünftel-Regel besteuert werden. Wenn alle Bedingungen für die 5. Teilverordnung gegeben sind, entsteht der folgende Spielraum: Der Abgangsbetrag wird zunächst halbiert.

Der fällige Steuerbetrag wird dann wieder mit dem Fünffachen vervielfacht. Das heißt für Max Abfindikus, dass ein Fünftausend seiner Abfindung 2.400 Euro beträgt. Auf ein Zusatzeinkommen von 2400 würde sich die erfundene Zusatzsteuer auf 858 ? belaufen. Aus der fiktiven Steuer wird nun 5 x 5 gebildet und resultiert 4.290 ? als tatsächliche Steuer auf den Abrechnungsbetrag.

Damit wird die Abfindung mit 36% versteuert. Die Einsparungen betragen dann 282 ?. Aufgrund des Zuflussprinzips kommt der steuerpflichtigen Einnahme im Jahr der Abfindung eine große Bedeutung zu. Ein Rückgang des zu besteuernden Ergebnisses hat einen überproportionalen Einfluss auf die Versteuerung von Abfindungen. Abfindikus ist bis zum Monat Mai des folgenden Jahres tätig (steuerpflichtiges Ergebnis 8.500 ) und bekommt erst dann seine Abfindung von insgesamt rund EUR 11.000.

Weil er dann in den wohlverdienten Pensionsfall tritt und seine Pensionszahlungen noch nicht vollständig versteuert sind, liegt sein steuerpflichtiges Ergebnis von Anfang Mai bis Ende Juni bei nur 10.700 Euro. Auf die Abfindung entfällt dann eine Einkommenssteuer von 439, also nur noch knapp29%. Abfindikus kündigt sein Arbeitsverhältnis im Monat Oktober (steuerpflichtiges Gehalt 25.500 ) und beginnt im Jahr der Abfindung eine Selbstständigkeit.

Anlaufverluste und Eigeninvestitionen in Hoehe von EUR 158.000 reduzieren sein steuerpflichtiges Ergebnis auf EUR 10.500. Auf die Abfindung entfällt dann eine Einkommenssteuer von 2.480 , d.h. fast 21%. Abfindikus legt eine Grundrente von EUR 127.000,- an. Mit 76% (Stand 2013) ist diese Altersvorsorgeform absetzbar.

Der steuerpflichtige Gewinn liegt dann bei 24.880 vor Eingang des Vergleichs. Die Ertragsteuer auf die Abfindung liegt damit bei 3.760 ? und damit bei gut 31% der Abfindung. Auf diese Weise kann die Versteuerung von Abfindungen gesenkt und bei Bedarf auch auf Null gesenkt werden. Bei der Steuerberechnung werden die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt.

Es wird empfohlen, vor Eingang der Abfindung Ihren Steuerexperten zu befragen.

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