Psychosoziale Probleme Definition

Definition psychosozialer Probleme

Du hast die Fähigkeit, deine Probleme selbst zu lösen. Zehn psychosoziale Gesichtspunkte (Stand 2009) - ÄZQ Für die Steigerung der Wohnqualität und damit für den Behandlungserfolg ist die Betrachtung und Behandlung von psychosozialen Problemen von Patientinnen und/oder Verwandten von zentraler Relevanz. Durch psychosozialen Stress ist die Lebenssituation von Menschen mit einer chronischen Herzschwäche oft stark beeinträchtigt[143];[491]. Depression und andere psychologische Probleme sind häufige Begleiterkrankungen und stehen zudem in engem Zusammenhang mit einer erhöhten Erkrankungs- und Todesrate[45];

[492].

Allerdings setzt die Therapie der kronischen Herzschwäche ein hohes Maß an Patientenbeteiligung und Leistungsbereitschaft voraus und kann selbst zu psychischem Stress führen[493]. Chronisch herzinsuffiziente Patientinnen und Patientinnen sollten nach der Diagnose und in regelmässigen Intervallen im Zuge einer medizinischen Beratung oder mittels standardisierter Fragenkataloge zu psychologischen (Angst, Depression) und sozialen Problemen interviewt werden.

Psychosoziale Probleme oder auffällige Fragebogenwerte sollten mit dem Betroffenen diskutiert und ggf. eine weitere Diagnose eingeleitet werden. Psychologische Probleme wie depressive Verstimmung, Ängste und gesellschaftliche Isolierung sind bei Herzversagenpatienten weitaus ausgeprägter als in der Gesamtbevölkerung und beeinflussen ihre Lebensqualität[143];[494];[45]. Bei einer Meta-Analyse betrug die mittlere Häufigkeit von depressiven Erkrankungen 21,5%, mit signifikant unterschiedlichen Werten in Abhängigkeit vom Test und der Schwere der Herzschwäche (NYHA)[45].

Sie ist auch mit einem höheren Risiko für Morbidität und Mortalität verbunden, mit einem klaren Zusammenhang zwischen dem klinischem Schweregrad der Herzschwäche und der Depression[45]. Nicht nur die Entstehung einer depressiven Comorbidität ist eine Konsequenz der schweren Herzinsuffizienz[492];[495]. Stattdessen wirken sich Tiefstand und koronare Herzschwäche wechselseitig aus[493]. Psychologische Probleme bedrohen die Haftfähigkeit der Betroffenen und sollten daher frühzeitiges Erkennen und Behandeln erfordern.

Eine frühzeitige Erkennbarkeit von depressiven Erkrankungen wird dadurch verkompliziert, dass die typischen Beschwerden wie Ermüdung oder Appetitlosigkeit auch durch eine konjunkturelle Herzschwäche hervorgerufen werden können[27];[72];[496]. Allerdings haben Patientinnen und Patientinnen mit wiederholtem Auftreten von physisch unerklärten kardialen oder allgemeinen Symptomen oft eine mentale Comorbidität (z.B. Angststörungen, Depressionen), deren gezieltes Erkennen und Behandeln dazu beiträgt, kostspielige, stressintensive und unproduktive Körperüberdiagnosen zu ersparen.

Besonders belastend für den psychosozialen Zustand des Betroffenen ist die Herzschrittmacher- oder Defibrillatorimplantation, die künstliche Herzbehandlung und Herzverpflanzung (siehe auch Kap. 7 Eingriffstherapie (Stand 2017) und im Endstadium (siehe auch Kap. 13 Palliativmedizin (ab 2009)). Für die Früherkennung von Depressionen gibt es noch nicht genügend Belege für die überlegene Wirkung einer speziellen Messmethode oder eines speziellen Fragenkatalogs bei Herzversagenspatienten[27];[72];[497].

Derzeit liegen mehrere Fragenkataloge zur frühzeitigen Erkennung von depressiven Erkrankungen vor (BDI[498], HADS-D[499], PHQ-D[500];[501];[502]). Darüber hinaus wird die regelmäßige Aufnahme der folgenden beiden Screening-Fragen in die Anamnese empfohlen[503];[504];[505]: "Haben Sie im vergangenen Jahr oft unter Symptomen von depressiven, depressiven oder hoffnungslosen Situationen zu leiden? "Wird zumindest eine dieser beiden Fragestellungen positiv beantwortet, ist mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von > 50% eine Vertiefung vorhanden[503].

Patientinnen und Patienten der chronischen Herzschwäche und von Depressionen oder Angstzuständen sollten zunächst eine psychosomatische Basisversorgung einschließlich einer psychoedukativen Ausbildung geboten werden. Im Falle von mittelgraden oder schwerwiegenden Erkrankungen oder unzureichender Primärversorgung sollten in Absprache mit Fachärzten weitere Behandlungsmöglichkeiten (z.B. Stressmanagementtechniken, psychotherapeutische Maßnahmen, eventuell Antidepressiva) geboten werden. Ängste treten oft als Unfähigkeit auf, mit Stresssituationen umzugehen[100].

Entspannungsmethoden wie z. B. meditative Maßnahmen oder auch Biofeedbacks können potenziell betroffenen Patientinnen und Patienten helfen, den Alltag zu bewältigen[100]. Allerdings ist die Effektivität von Entspannungs- und Bewegungsübungen zur Reduzierung psychischer Probleme bei Herzversagen noch nicht nachgewiesen. Therapeutische und antidepressive Mittel sind effektive Behandlungen für Patientinnen und Patientinnen mit Angstzuständen oder Depressionen im Allgemeinen[507].

Allerdings mangelt es an spezifischen Therapiestudien bei Patientinnen und Patienten mit Herzversagen[465]. Trizyklische Medikamente sollten bei Patientinnen und Patientinnen mit einer chronischen Herzschwäche und einer Behandlung mit antidepressiven Mitteln aufgrund ihrer Proarrhythmie und negativen inotropischen Effekte nicht eingesetzt werden. Bevor mit der Behandlung mit Antiseptika begonnen wird, sollten andere Behandlungsmöglichkeiten (z.B. Psychotherapie, Körpertraining) und mögliche Wechselwirkungen mit dem vorhandenen Medikamentenregime des Betroffenen erwägt werden.

Für die Effektivität der medikamentösen Behandlung von depressiven Erkrankungen bei chronisch herzinsuffizienten Menschen gibt es keine hinreichenden Hinweise[27]. Ebenfalls ist die Antidepressivität psychologischer Therapieansätze in dieser Patientenpopulation nicht nachgewiesen[27];[506];[508]. Im Rahmen einer stichprobenartig durchgeführten Kontrollstudie mit einer kleinen Anzahl von Fällen und einer Beobachtenden Untersuchung wurden Indikationen für einen eventuellen Vorteil, aber auch für einen eventuellen Schaden durch die Antidepressivtherapie gefunden[509];[510].

Wählt der Betroffene eine medikamentöse Behandlung von depressiven Erkrankungen, sollten tricyclische Medikamente gemieden werden, da sie Herzrhythmusstörungen und Blutdrucksenkungen hervorrufen können. Die Aufklärung und das Training von Patientinnen und Patienten der chronischen Herzschwäche sollten die kognitiven Beeinträchtigungen und mögliche Probleme der psychischen Gesundheit berücksichtigen. Die kognitiven Grenzen, aber auch psychologische, gesellschaftliche und seelische Einflüsse können das persönliche Leseverhalten beeinträchtigen und sollten bei der Gestaltung von Bildungsmaßnahmen beachtet werden[100].

Weil die Patientinnen und Patientinnen kaum über ihre eigenen Probleme sprechen, sollten eventuelle psychologische, geistige oder gesellschaftliche Probleme gezielt angegangen werden[100]. Im Falle von Patientinnen und Patienten mit kognitiven Beeinträchtigungen, einem niedrigen Bildungsniveau oder Sprachkommunikationsproblemen sollte eine weitestgehende Vereinfachung des Behandlungsverfahrens in Betracht gezogen werden, indem verständliche und gegebenenfalls wiederkehrende Informationen und gegebenenfalls eine festgelegte Allokation der Tagesmedikamente bereitgestellt werden.

Soziale Abgeschiedenheit kann durch den regelmässigen privaten oder Telefonkontakt mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin erreicht werden.

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