Pädagogische Beratungskonzepte

Konzeption der pädagogischen Beratung

Gruöning Katharina, Pädagogische Beratung: Konzepte und Positionen. Didaktische Unternehmensberatung - Konzeption und Positionierungen | Katharina Gröning Thema des Lehrbuches ist eine einschneidende systematische und kritisch reflektierende Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Beratungsthemen in der pädagogischen Praxis. Counselling als kommunikatives Hilfsmittel zur Reife und Counselling als Sozialisationsform sind die beiden Hauptströme, auf die sich die Präsentation ausrichtet. Die neue Ausgabe vereint die Sichtweise der wissenschaftlichen Unternehmensberatung. Der Band unterstützt Studierende der Sozialarbeit und Allgemeinpädagogik dabei, sich besser im Labyrinth der unterschiedlichen Formen der Berufsberatung zurecht zu finden und die unterschiedlichen Ansätze der Berufsberatung in der Theorie zu ergründen.

Didaktische Ratschläge. Konzeption en und Positioner

Erziehungsberatung Gröning K. Konzeption en und position. Wiesbaden: VS-Publishing; 2005. Gröning, K. (2006). Didaktische Ratschläge. Konzeption und Positionierung 1st ed. Wiesbaden: VS-Verlage. Gröning, K. (2006). Didaktische Ratschläge. Konzeption en und position. Wiesbaden: VS-Verlage. Gröning, K., B., Deutschland, B., Deutschland, 2006, Bildungsberatung. Konzeption und Position, 1. Auflage, Wiesbaden: VS-Verlage. K. Gröning, Bildungsberatung.

Konzeption und Position, 1. Auflage, Wiesbaden: Der VS Verlagshaus, Gröning, K.: Pädagogische Berater. Konzeption en und position. Verlagshaus VS, Wiesbaden (2006). Gröning, Katharina. Didaktische Ratschläge. Konzeption en und position. Wiesbaden: Herausgeber VS, 2005.

Beratungsansätze für die pädagogische Praktikabilität

In jeder pädagogischen Lage und Wechselwirkung sind die Facetten von Mediation, Diagnostik und Therapie in dem Sinn enthalten, dass Sprachen sich gegenseitig helfen sollen und dass in ihnen etwas erreicht werden soll (Pallasch 1990). Die hier erforderliche "schnelle" Handlung macht es dem Praktizierenden jedoch oft schwer, professionell begründet und planerisch-intensiv zu beratend, entscheidend und handelnd zu sein.

Professionelles Handeln ist daher oft das Ergebnis einer objektiven Alltagslehre, die die Eckpfeiler des Bildungsansatzes bildet, die aber nur eingeschränkt verbalisiert und damit verifiziert werden kann. Die theoretische Handlungsfähigkeit hingegen erfordert ein Höchstmaß an Engagement mit der eigenen Persönlichkeit und die Erforschung der Pädagogik.

Im Folgenden werden die zentralen Prinzipien eines Consulting-Ansatzes vorgestellt, die die theoretische Grundlage für das Praxishandeln sind. Oberstes Gebot eines technisch soliden Verständnisses von Beratung für die pädagogische Praktik ist es, dem Erzieher ein Werkzeug an die Hand zur Verfügung zu stellen, mit dem er seine Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit im Berufsalltag ausbauen und zugleich theoriebegründet darstellen kann.

In der vorliegenden Studie werden vor allem beratende Ansätze von Pallasch (1990), Weber (2000) und Egan (1996) vorgestellt, die allgemeine Theoriebezüge beanspruchen (Gesprächspsychotherapie) und sich in der (sozial-)pädagogischen Praxis bereits erprobt haben. Zur erfolgreichen Implementierung eines Betreuungsmodells im Berufsalltag bedarf es sowohl der inneren Anerkennung seines theoretischen Rahmens als auch seines menschlichen Bildes, um dem Wagnis einer "seelenlosen Technik" zu begegnen.

Die folgenden Erläuterungen werden sich daher zunächst mit einigen wesentlichen Aspekten der Dialogpsychotherapie befassen, soweit sie für das Verstehen der genannten Beratungskonzepte erforderlich erscheinen[1]. Sie entwickelten sich im Unterschied zu den herrschenden Denkmustern mit ihrem positiveristischen Naturwissenschaftsverständnis und ihrem Menschenverständnis als so genannte "dritte Kraft" in Analogie zur Denkform in den Naturwissenschaften.

Dabei werden "Aspekte wie Selbständigkeit und gesellschaftliche Verflechtung, Intention und Sinnesorientierung, Selbsterkenntnis sowie Gesamtheit und Integrität" betont (Pallasch 1990, S. 18). Einer der wichtigsten geisteswissenschaftlichen Ansätze auf dem Gebiet der Psyche ist sicher die von C.R. Rogers[2] konzipierte Plauderei. Gesprächstherapie wurde zunächst von C.R. Roger und immer wieder neu verändert.

Sie wurde in den vierziger Jahren als nicht-direktive Unternehmensberatung aufgesetzt. Anders als beim Psychoanalytikansatz wird dem Kunden kein klares linear-kausales Ursache-Wirkungsproblem des Heilpraktikers vorgeworfen, "das ihn in seinen Entwicklungs- und Befreiungsbemühungen von Anfang an eindeutig begrenzen würde" (vgl. Pallasch 1990, S. 19). Stattdessen ist es dem "nicht-direktiven" Berater ein Bedürfnis, dem Kunden ein Umfeld zu schaffen, in dem er sich wohl und geschützt fühlt, seine eigenen Erkenntnisse und Entscheide trifft und so von jeglichem Schmutz befreit ist.

Im Laufe der 50-er und 60-er Jahre wurde Rogers' Zugang zur "klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie" ausgeweitet. Hauptaufgabe des Gesprächspsychologen ist es, "dem Kunden zu einer besseren Selbsterkenntnis und Reflektion seiner eigenen emotionalen Welt zu verhelfen" (vgl. Pallasch 1990, S. 19). Die drei Haltungen, die er auf der Grundlage von Forschungsergebnissen für den Therapieerfolg als entscheidend erachtet, werden von Rogers (1990, S. 23) als "1. die Authentizität oder Übereinstimmung des Heilpraktikers; bei der vollständigen und bedingungslosen Akzeptanz des Heilpraktikers durch den Heilpraktiker; und bei der Behandlung von Patienten als "3. einfühlsames und genaues Verständnis des Heilpraktikers für den Klienten" Konkretisierung unterzogen.

Die Gesprächstherapie wurde im angelsächsischen Sprachraum vor allem durch das Paar Tausch & Tausch (1973) repräsentiert und weiter entwickelt. Die menschliche Vorstellung von der Gesprächstherapie kann auf der Grundlage einiger zentraler Aspekte in gekürzter Weise wiedergegeben werden. Im Prinzip basiert dieser humoristische Zugang auf der Prämisse, dass jeder Mensch ein inhärentes Bestreben nach Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Persönlichkeitsentwicklung und holistischem Wachsen hat (Pallasch 1990, S. 197).

Dieses grundlegend gute Menschenbild setzt daher darauf, dass jeder die Fähigkeit und Kraft hat, "sein eigenes Handeln nach seinen eigenen Ideen zu formen und die entstehenden Problematiken und Unannehmlichkeiten konstruktiv zu überwinden" (vgl. Pallasch 1990, S. 197). Rogers schildert den Menschen anhand von zwei grundlegenden Modellen, in denen er die Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozesse von Erfahrungswerten erklärt.

Rogers begreift unter Selbstaktualisierung das innewohnende Bestreben eines jeden Menschen, sich im konstruktiven Umgang mit der eigenen Persönlichkeit und ihren Umgebungsbedingungen in Bezug auf Selbsterkenntnis und Selbständigkeit zu entwickeln. Kein Außenseiter kann diese "individuellen Orientierungen" voll erfassen; sie müssen vom Einzelnen selbst anerkannt und genannt werden (Pallasch 1990, S. 197).

Der Mensch entwirft von Anfang an eine Idee von sich selbst als Mensch. Selbst wenn es nicht zu jeder Zeit im Laufe des Lebens lebendig wahrnehmbar ist, ist das Selbstverständnis grundsätzlich dem Bewußtsein offen. Gemäß der oben beschriebenen Tendenz zur Aktualisierung ist dieses personenbezogene Begriffsbild einem ständigen Wechsel unterworfen, in dem es "zu jedem Moment als Ganzes " präsent ist (vgl. Pallasch 1990, S. 22).

Sie formt als konstanter Orientierungspunkt auch die Wahrnehmungs- und Bewertungsleistung der eigenen Persönlichkeit und der Umgebung und damit den inneren Orientierungsrahmen, durch den sich die "subjektive Realität" einer Persönlichkeit ausbreitet. Die oben erwähnten grundlegenden Annahmen über das menschliche Bild der Dialogpsychotherapie geben Anlass zu bestimmten Überlegungen über den Therapieverlauf. So lange alle körperlichen und sensorischen Erfahrungen für das Bewußtsein erschlossen und leicht in das Selbstverständnis integrierbar sind, ist der Mensch in einem mentalen Gleichgewichtszustand, den Roger als "voll funktionsfähigen Menschen" bezeichnen kann (Rogers 1990, S. 39).

Diese' Kongruenz' besagt, dass innere Erfahrung (Gefühl) und Bewußtsein (kognitive Wahrnehmung) harmonisch aufeinander abgestimmt sind und die Verständigung des Einzelnen frei von Widersprüchen ist. Daraus resultiert in der Praxis meist ein mentales Missverhältnis, eine Unstimmigkeit zwischen der tatsächlichen Erfahrung und der bewusst wahrgenommenen Sicht. Der Mensch erfährt in diesem Inkongruenzzustand psychologische Verspannungen, d.h. sein Benehmen, seine innere Erfahrung und sein Bewußtsein stehen im Widerspruch zueinander.

Die' Hemmschwelle zwischen innerer Erfahrung und Bewußtsein, die darin liegt, daß Teilbereiche der emotionalen Erfahrung durch gelerntes Verhalten unterdrückt oder mit dem Verstand bearbeitet werden, mündet in widersprüchliche Kommunikation' (vgl. Pallasch 1990, S. 199). Ausgangspunkt für therapeutisches Handeln ist daher der vom Menschen wahrnehmbare Missverständnis.

Daraus werden aus den dargestellten Prinzipien der dialogischen Psychotherapie spezifische Zustände des Therapieprozesses abgeleitet, die dem Patienten helfen sollen, vom Inkongruenzzustand zu dem der Kohärenz überzugehen. Daraus resultieren die zentralen Prinzipien für das Verhalten des Therapeuten (vgl. Pallasch 1990, S. 197f.): - Im Gespräch gibt der Kunde kommunikationsfreudige Äusserungen ab, die sowohl auf sprachlicher als auch auf nonverbaler Basis erfasst werden können und das Ergebnis seiner intensiven Beschäftigung mit seiner Erfahrung und seinem bewussten Selbstverständnis sind.

Bei diesen "Botschaften" des Kunden muss der Behandler empfindlich sein. - In der Gesprächslage ist "Eigenverantwortung als ein Zeichen des Bestrebens nach eigener Entwicklung zu verstehen, so dass das Therapieverfahren immer an der Persönlichkeit des Patienten und nicht an Problemen oder Methoden orientiert sein muss" (vgl. Pallasch 1990, S. 198).

Daher kann sich die Unterstützung einer Therapiesitzung nur auf die Schaffung und Bereitstellung von vorteilhaften Rahmenbedingungen und situationsbedingten Gegebenheiten konzentrieren, die die individuelle Sichtweise des Kunden fördern. Entscheidend ist daher die Idee, dass eine glaubwürdige Kommunikation dieser Grundeinstellungen die für den Therapieerfolg bedeutsamen positiven Änderungen in der Kundenpersönlichkeit bewirkt.

Die Behandlung in diesem Sinn wird "nur als Spezialfall der konstruktiven zwischenmenschlichen Beziehungen" betrachtet (vgl. Pallasch 1990, S. 200). Zur Schaffung eines Klimas, das es dem Menschen in einem Inkongruenzzustand erlaubt, die Erlebnisse, die er symbolisiert oder verdrängt hat, zu erkennen und dadurch sein Selbstverständnis zu veränder. Die nachfolgenden drei Grundeinstellungen müssen durch den Psychotherapeuten verwirklicht werden.

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