Ms Klinik München

Frau Klinik München

Hier werden MS-Patienten mit besonderen Problemen in enger Zusammenarbeit und auf Wunsch von Neurologen in eigener Praxis betreut. Die Multiple Sklerose (MS) ist eine Entzündung des Nervensystems. Neurologische Klinik, Klinikum München Ost.

Die MS-Forschung am Universitätsklinikum München wird von der Hertie-Stiftung - Medizinische Fachbereich finanziert.

Dr. med. Lisa Ann Gerdes, Arzt und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Medizinische Neurowissenschaften, wurde von der Hertie-Stiftung für das Forschungsprogramm "MyLab" auserwählt. Die Hertie-Stiftung fördert mit diesem Programm den Nachwuchs in der Multiple Sklerose-Studie, damit er seine Forschungen neben seiner beruflichen Laufbahn auf nachhaltige Weise fortsetzen kann.

Seit 2012 hat Dr. Gerdes eine einmalige Gruppe von eineiigen Zwillingen zusammengestellt. Das Besondere daran ist, dass in jedem Paar von Zwillingen in dieser Gruppe ein einziger Junge an MS leidet, während der zweite Junge (oder die zweite Schwester) keine erkennbare Krankheit. Diese Doppelkohorte hat bereits neue Einblicke in die Bedeutung der Darmbakterien bei der Multiplen Verödung ermöglicht.

Zum ersten Mal gab es einen direkten Hinweis darauf, dass die humane Darmbakterienflora wirklich Bestandteile beinhaltet, die den Beginn der Multiplen Verödung auslösen oder fördern. Laufende Forschungen haben in Kooperation mit Prof. Dr. medizinisch Ertl-Wagner von der Klinik und Polyklinik für Röntgentechnik gezeigt, dass etwa ein Viertel der bisher gesünderen Zwillinge im Hirn Entzündungszentren aufweist, die mit der MRT (Magnetresonanztomographie) nachgewiesen werden können.

Dr. Gerdes will nun weitere Umgebungsfaktoren (einschließlich der Darmflora) ermitteln, die das Risiko einer MS beeinträchtigen. Prof. Dr. medizinisch Reinhard Hohlfeld, Co-Direktor des Institutes für Klassische Neuroimmunologie: "Die MyLab-Finanzierung der Hertie-Stiftung wird Dr. Gerdes und ihren Kolleginnen und Kollegen dazu verhelfen, ihre Doppelforschung auf nachhaltige Weise fortzuführen. Eine solche Forschungsförderung für naturwissenschaftlich tätige Nachwuchskräfte ist nicht nur eine hohe Einzelauszeichnung, sondern allgemein ein vielversprechendes Leitbild für die Finanzierung dieser so genannten "Clinician Scientists".

In Deutschland ist die Hertie-Stiftung der grösste privatwirtschaftliche Träger der MSR-Forschung. Dr. Lucas Schirmer, seit Anfang 2018 Leitender Arzt an der Neuen Uniklinik Mannheim, hat neben Dr. Lisa Ann Gerdes vom Universitätsklinikum München die Fachjury überzeugt. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit den Wirkungsmechanismen des Fortschritts der Erkrankung.

"Wir unterstützen mit Dr. Gerdes und Dr. Schirmer zwei hervorragende MS-Forscher, deren Arbeit sehr bedeutende gegenwärtige Forschungsgebiete abdeckt", sagt Dr. Eva Koch, Head of MS bei der Hertie Foundation. "â??Es ist fÃ?r die Ãrzte von Bedeutung, dass sie neben ihrer medizinischen TÃ?tigkeit auch ihre Forschungsarbeit auf einem hohen MaÃ?e betreiben können. "Mit einem durchschnittlichen jährlichen Fördersumme von 9 Millionen Euro ist die Hertie-Stiftung der grösste privatwirtschaftliche Träger der Gehirnforschung in Deutschland und der drittgrösste in Europa.

Auf dem Gebiet der MS ist die Foundation die fÃ?hrende Finanzierungsinstitution sowohl in der MS-Forschung als auch auf dem Gebiet der Patientenselbsthilfe bei MS. Dr. Lisa Ann Gerdes kam im Jänner 2004 unmittelbar nach dem Medizinstudium an die Universitätsklinik München und ist seitdem am Lehrstuhl für Klassische Neuroimmunerkrankungen tätig.

Dr. Lisa Ann Gerdes stellt seit 2012 eine Truppe von mehr als 60 identischen Doppelzwillingen in ganz Deutschland ein, von denen jedes einen an Multipleklerose leidet. Weil jedes Zwillingspaar gentechnisch gleich ist, sollte es möglich sein, auf diese Art und Weise MS-relevante Differenzen in der Darmbakterienflora zu eruieren. In Zusammenarbeit mit Forschern aus den USA konnte das Forschungsteam erstmals beweisen, dass die Darmbakterien einen Einfluss darauf haben, ob eine Person an MS leidet.

Zu diesem Zweck sollen mit Hilfe der Gastroskopie und der Koloskopie Material entnommen werden, um zu ermitteln, ob Bestandteile gefunden werden können, die den Beginn der Multiplen Verödung auslösen oder fördern können.

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