Kunst Coaching

Art Coaching

Kunstcoaching, Kreativcoaching oder Kunstcoaching ist ein mehrdeutiger Begriff, mit dem verschiedene Coachingansätze beschrieben werden können. Training vor der Kunst In zunehmendem Maße entsteht durch den hohen Innovationsdrang, der Unternehmen und öffentliche Institutionen gleichermaßen belastet, ein Bedarf an Erfahrung und Expertise aus der Kunst in den Bereichen Consulting und Coaching. Der Umgang mit Kunst versprechen eine angeblich verspielt wirkende, einfache Lösung für schwierige Aufgaben. Formate, die Kunden allein oder im Verbund in künstlerisch-kreative Abläufe integrieren, sind seit geraumer Zeit bekannt.

Coaching-vor-Kunst nutzt die Erfahrung mit diesen Formen und knüpft an sie an. Eine erste Veranstaltung, die den hier präsentierten Lösungsansatz "coaching before art" inspirierte, war eine Schülerführung durch eine Ausstellung in Gauguin. Die simple Fragestellung "Was können Sie im Bilde entdecken?" führte zu einer intensiven Betrachtungssituation.

Das hat für mich etwas mit der Beziehung der Frauen zur Umwelt zu tun, die Umwelt und das Feminine sind in diesem Bilder. Das beeindruckende Gemeinschaftserlebnis war, dass sich das Erscheinungsbild im Gespräch geändert hatte. Das Basiserlebnis der überraschenden und sofortigen Umdrehungen der Bedeutung des Bildes und die daraus resultierenden neuen Bedeutungskonstruktionen in Coaching-Situationen werden im Coaching before Art angestrebt.

Dementsprechend wird das Coachingumfeld in ein Haus oder eine Ausstellung verlegt: Zwischen Kunde, Coach und Artwork entwickelt sich dort ein intensives und klar wahrnehmbares Spannungsfeld, das die Entfaltung von kreativen Lösungen durch vielfältige Verbindungsmöglichkeiten und durch optische wie auch linguistische Stimulation in besonderem Maße mitträgt. Nach den Prinzipien der Systemberatung und im Gegensatz zu Art-Coaching-Formaten, die das künstlerisches Tun der Kunden für die Lösungsentwicklung nutzbar machen, ist Coaching vor Kunst auf die Macht der Kunstwerke angewiesen, um diesen speziellen Ort zu schaffen.

Das Coaching vor der Kunst findet im Wesentlichen in drei Stufen statt: zum einen in der Vorlaufphase mit der Klärung der Aufgabenstellung, der Vergegenständlichung des Anliegens, der Diskussion über das Format des Coaching und der Auswahl des Kunstwerkes, zum anderen in der Umsetzungsphase im Haus und zum anderen in der dritten, dem Echo mit einem Protokol des Coaching und der Diskussion über die Auswirkungen und Resultate mit dem Auftraggeber.

Dabei wird im Zuge der Auftragsklärungsarbeit der Ansatz der Arbeit mit Werken dargestellt, um den Kunden auf das spezielle Auftragsformat abzustimmen. Dabei werden auch Präferenzen oder Ablehnungen gegenüber gewissen Kunstströmungen diskutiert. Einige Kunden haben möglicherweise Bedenken gegenüber einigen Stilen, wie z.B. religiösen Thematiken. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, dass der Kunde das Artwork wählt, vor dem der Coachingprozess stattfindet.

So kann der Trainer z. B. mehrere Bilder vorselektieren oder ein Einzelbild vorgeben. Für den erfolgreichen Ablauf des Coachingprozesses ist es jedoch von entscheidender Bedeutung, dass sich der Kunde vor dem Hintergrund des Bildes wohlgefühlt hat. Für den Trainer ist es eine große Aufgabe, das diskutierte Thema mit geeigneten Arbeiten in Einklang bringbar zu haben.

Dazu ist es erforderlich, die Anfrage im Voraus so zu spezifizieren, dass für die Bilderauswahl wichtige Hinweise identifiziert werden können. Ein breites Wissen über mögliche Arbeiten und deren kunsthistorische Zusammenhänge ist in diesem Kontext für das Coaching vor der Kunst ebenso von Bedeutung wie die Möglichkeit, Gemälde zu "lesen". In Kunstwerken sind oft komplizierte kompositorische Strukturen enthalten.

Die " Konstruktionspläne " müssen identifiziert und entschlüsselt werden, um sie im Coaching einsetzen zu können. Dagegen benötigt der Auftraggeber keine kunstgeschichtlichen Grundkenntnisse. Während der Umsetzungsphase im Haus gestaltet der Trainer die Einzelschritte sehr übersichtlich und legt besonderes Augenmerk auf die ausgewogene Mischung aus Vereinsvielfalt und Zielorientierung. Die Coaching-Situation setzt bereits im Foyer des Hauses ein und ermöglicht das Einschalten.

Zu diesem Zeitpunkt kommuniziert der Trainer kurz mit dem Kunden über die momentane Lage des Kunden und Ideen für das Coaching-Gespräch. Häufig werden Fragestellungen und Bedenken noch einmal aufbereitet. Anschließend wird der Kunde in einen vorab ausgewählten Museumsbereich oder zu einem bestimmten Foto gebracht. Falls die Bildselektion noch nicht erfolgt ist, sollte sich der Kunde die Zeit dafür nehmen. In diesem Fall muss er sich die Zeit dafür nehmen. In diesem Fall ist es wichtig, dass die Option nicht aktiviert ist.

In Einzelfällen kann ein kurzes Gespräch die Entscheidungsfindung bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz erleichtern. Im Prinzip basiert die Wahl des Kunstwerkes darauf, den Gefühlen des Kunden und dem spontanen Entdeckungsprozess Platz zu machen. Die Praxis hat gezeigt, dass das Gesamtkunstwerk, das eine sofortige Anziehung auf den Kunden bewirkt, besonders gut ist. Das gewählte Gesamtkunstwerk darf auf keinen Falle das Thema oberflächlich veranschaulichen.

Danach folgt der Gespräch über das Artwork, und der Kunde beschreibt zunächst, was er wahrnimmt und was ihn besonders reizt. Indem man spezifische Fragen stellt, z.B. über Menschen im Bilde, Sprachen, Farben, Kompositionen, Objekte, etc. Der Trainer schlägt eine vertiefte Betrachtung vor. Diese Vorgehensweise dient als Distanz oder Dezentrierung vom eigentlichen Unternehmen, was interessant ist, eine Parallelität zu anderen Coachingansätzen, die Kunst einsetzen (Johnson & Jahn, 2014).

Indem er sich auf die Arbeit konzentriert, kann sich der Kunde einfacher von dem Problem distanzieren und anfangen, es aus einer anderen Sicht zu sehen. Die Besorgnis und das Image werden in diesem Augenblick immer wieder reflektiert, so dass Analogien, Unterschiede, Verbindungen entstehen, erkannt und in den eigenen geistigen und seelischen Horizontbereich eingebunden werden.

Bei der Kontaktaufnahme zwischen Auftraggeber und Artwork wird eine Spannweite von Beobachtung und Anerkennung aufrecht erhalten, die vom Trainer tatkräftig gefördert wird, um mit dem Motiv "im Einklang zu bleiben". Dies konnte in Kooperation mit Menschen mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund und Coaching-Belangen erlebt werden. Der Grund für das Coaching des Kunden, eines Vorstandsmitglieds eines Pharmakonzerns, war, dass "Kreativität" auf die Strategieagenda des Konzerns gestellt worden war.

Ziel der Kundenfrage war es, die Voraussetzungen für das kreative Agieren in der Gestaltung, vor allem im Hinblick auf die Kultur, zu erhellen. Außerdem wollten sie ihre eigene Position in dieser Angelegenheit ausweiten. Der Kunde entschied sich kurzerhand für die Arbeit "The Last Judgement" von Fra Angelico, die sie sofort anzog.

Individuelle bildliche Elemente, wie die himmlische Heerscharengruppe mit der überschattenden Figur Christi im Oberteil des Bildes, die Dramatik des Weltgerichts im Vordergund und die ausdrucksstarke Abbildung der Höllenlandschaft auf der rechten Seite des Bildes, wurden nach einer beinahe kontemplanerischen Entdeckungsphase untersucht und im gesprochen. Dabei wurde die Sinnfrage der jeweiligen Bildteile ganz bewußt beiseite gelegt, um genügend Platz für den eigenen Moment der Entdeckung zu schaffen.

Der Klient setzte nach einem kleinen Pausenmoment schlagartig und sehr gefühlsbetont die Höllen-Szene in den Mittelpunkt des Konversation. Entscheidend an dieser Bilderszene war, dass sie die Fragestellung aufwirft, wie man mit diesen Gewalten im Betrieb gewinnbringend umgehen und ihnen einen korrespondierenden Platz eröffnen kann. Als der Coach die Kundin fragte, wie sie ihre eigene Funktion im Kreativprozess darstellen würde, sorgte die Betrachtung des Bildes für eine weitere Überraschung: zunächst Schweigen.

Vorgeschlagen wurde, sich für einen Augenblick in die Funktion der Hauptfigur Christi als Ordnungs- und Leitkraft zu begeben, was unmittelbare und deutliche Unannehmlichkeiten mit sich brachte. Der Kunde konnte sich mit der Präsentationsart überhaupt nicht auskennen. Sie sagte, die Christus-Figur sei zu abgelegen und passte nicht zu ihrem Selbstverständnis von ihrer Aufgabe im Schaffensprozess.

Die Coaching-Diskussion über das Foto ergab für die Kundin die Einsicht, dass sie ihre Führungsrolle neu ausrichten musste, vor allem, wie man die Kontrolle über Prozesse und die Öffnung von Freiräumen ausbalancieren kann, um spezifische Augenblicke für die kreativen Kräften zu erzeugen. Bei einem anderen Beispiel war ein Kunde dabei, ein neues Team in einem Start-up-Unternehmen zu gründen.

Es war sozusagen noch eine vor ihm liegende Aufgabenstellung, und er hatte den Wunsch, diese Angelegenheit bereits zu diesem Zeitpunkt durchzudenken. Er fragte: Wie kann ich mich gut auf die anstehende Arbeit vorbereiten und was sind meine individuellen Interessen, diese Herausforderung zu bewältigen? Man schlug ihm das Gemälde "Gastmahl des Plato" von Anselm Feuerbach vor (siehe http://goo.gl/ExxOBp).

Der Film gefiel ihm sofort. Zunächst beschreibt der Auftraggeber die individuellen bildnerischen Elemente, die in der Arbeit zu erkennen sind, dicht dahinter folgen Verbindungen zur körperlichen Sprache, zur Gruppenbildung und zur Funktion des Wirtes, der ihm wie eine Form des Vermittlers vorkommt, der sorgfältig versuchte, die beiden Fraktionen zu verbinden.

Der Kunde bemerkte, dass es ihm sehr wichtig war, sicherzustellen, dass die Wahl der Mitarbeiter und die Ausgestaltung der Kooperation ein Zusammengehörigkeitsgefühl schufen, das alle Mitarbeiter des Teams einbezog und dass sie die Lust am Arbeiten und Konzentrieren haben.

Ausgehend von der Fragestellung nach den verschiedenen Charakteren für ein Gespann, die sich in der Vielfalt der beiden Gesichter im Feuerbachschen Bilde widerspiegelte, wurde nach und nach ein Weg gefunden, der für den Ausleseprozess zu berücksichtigen war, um ein dem Zweck und den Wünschen entsprechendes Gespann zustandezubringen. So wurde das Thema in sehr kurzer Zeit durch verschiedene Facetten von Leadership, Performance und Unternehmenskultur aufbereitet.

Bei der letzten Überlegung des Gemäldes und der Einschätzung der Lage lag die Konzentration des Kunden auf dem lackierten Unterbau. Der Fund hat den Kunden weiter zu der Überzeugung inspiriert, dass es für ihn von großer individueller Wichtigkeit ist, auf seine Work-Life-Balance zu achten. Beinahe in dem Augenblick, als er das Bild verließ, hatte er die wichtigen Erkenntnisse, um auch in Zukunft Zeit für die schönen Dinge des Lebens zu haben.

Schließlich hielt er sich eine Zeitlang allein vor dem Foto auf, um seine Empfindungen zu intensivieren und sie mit sich zu nehmen. Als er auf dem Weg zum Ausstieg war, erzählte er, dass er durch den Prozess nicht nur das Gefühl hatte, ein genaueres Verständnis der Lage vor seinen eigenen Haaren zu haben, sondern auch, dass er beinahe physisch gewachsen war.

In den beiden Beispielen werden sehr verschiedene Coaching-Situationen und ihre Geschichte beschrieben. Der zweite Fall betrifft eine bevorstehende Aufgabenstellung, auf die sich ein Kunde intern vorzubereiten hat. Erfahrungsgemäß sind auch Aspekte wie grundsätzliche Berufsentscheidungen, Fragestellungen des beruflichen Selbsterkenntnisses oder Auseinandersetzungen im beruflichen Leben Bedenken, die sachkundig und umfassend mit dem Schaffensprozess vor der Kunst unterstützt werden können.

Hier arbeiten Streitkräfte und Niveaus, die in einem traditionellen Coachingumfeld schwierig zu entfalten sind: Der Kunde beschäftigt sich intensiv mit einer Arbeit. Sehvermögen, Sofortwahrnehmung und die damit einhergehenden Gefühle belegen einen gleichberechtigten und zu gewissen Zeiten beinahe bedeutenderen Ort als der Gesprächspartner mit dem Trainer.

Die Kunst in Change-Prozessen.

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