Gleiss Lutz Einstiegsgehalt

Das Einstiegsgehalt von Gleiss Lutz

Hat Gleiss Lutz den richtigen Arbeitgeber für Sie? Was ist das Einstiegsgehalt für die besten deutschen Anwaltskanzleien? Gleiss Lutz und Linker setzen auch die Messlatte höher " azur

Mit Gleiss Lutz und Linklaters steigern nun zwei weitere Top-Kanzleien ihre Einstiegsgehälter auf 120.000 in Deutschland. Einige US-Kanzleien haben sogar noch mehr angeboten, von denen einige kürzlich ihre Liste erweitert haben. Linkklaters wird allen Neuankömmlingen ab Jahresende einheitliche 120.000 EUR zahlen - so wie es Freshfields seit Anfang des Jahres tut. Demgegenüber belohnt Gleiss Promotionen und LL.M. mit je 5.000 EUR neben dem Einstiegsgrundgehalt von 110.000 EUR, das auch ab dem Jahresende gültig ist.

Gleiss wird im zweiten Jahr seiner Karriere 120.000 EUR zahlen, während das Einkommen von Linklaters auf 130.000 EUR anwachsen wird. Gleiss und Linklaters sind in den höherwertigen Jahren ihrer Karriere nur 5.000 EUR voneinander entfernt, wenn es um Fixgehälter geht. Während Gleiss aber nach wie vor grundsätzlich keine Prämien zahlt, bietet Linklaters ab dem dritten Jahr statt wie bisher ab dem sechsten Jahr bis zu 30.000 EUR an.

Anfangsgehälter von 120.000 EUR oder mehr wurden hauptsächlich von kleinen, mit den USA verbundenen Unternehmen wie Kirkland & Ellis, Milbank Tweed Hadley & McCloy, Skiadden Arps Slate Meagher & Flom, Sullivan & Cromwell und Willkie Harr & GALLGHER bezahlt. In jüngster Zeit hat sie zwischen 115.000 und 125.000 EUR angeboten.

Gleiß Lutz " azur

Kaum eine der deutschen Top-Kanzleien hat ein so großes Gefälle zwischen Außen- und Selbstbild wie Gleiss Lutz: "Schwäbisch-konservativ", "hierarchisch" - das ist das Bild der Sozietät, das sie seit Jahren nicht mehr losgeworden ist. Daß es heute sehr wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat, zeigt der Kommentar der Gleiss-Anwälte in der azur Associate Umfrage: Die Sozietät ist seit Jahren besser als Konkurrenten wie Freshfields und Hengeler Mueller.

Daher konzentrieren sich viele Gleiss Associates heute bei der Beurteilung ihres Arbeitgebers auf das "ausgezeichnete Arbeitsklima" und die "spannenden Mandate". Gleiss war in der jüngsten Zeit in der Tat begeistert: Mit seiner krisenhaften Beratungsleistung, zum Beispiel seitens der Aufsichtsratsgremien von VW und Audi im Diesel-Skandal, ist das Unternehmen dort angelangt, wo die meisten seiner Mitbewerber sein wollen - mit den profitabelsten Grossmandaten, die der marktübliche Anbieter aktuell anbietet.

Dies erregt einerseits viel Aufsehen und steigert den Umsatz, bringt andererseits aber auch ungewöhnliche Schwierigkeiten für die Mitarbeiter mit sich. Beispielsweise beklagt ein Mitarbeiter aus der Unternehmenspraxis in der azur-Umfrage, dass die Schulung zurückgelassen wird, weil sein Mitarbeiterteam nur über einen längeren Zeitabschnitt mit der Bewertung von Fakten im Diesel-Skandal befasst ist.

Gleiss wird sich diesen Anforderungen gegenübersehen müssen - schließlich ist es das erklärte Anliegen der Sozietät, sich in absehbarer Zeit noch mehr in solche Mandate zu engagieren. Das Thema hat Gleiss eindeutig verstanden und will die Arbeitsgruppen in den Grossprojekten in den kommenden Jahren öfter wechsels. Schließlich ist Gleiss bestrebt, die Last auf erträgliche Weise zu bewältigen.

Oft werden Teilzeitarbeit und Sabbatjahre eingesetzt, und obwohl die Mitarbeiter mit ihrer Work-Life-Balance nicht glücklich sind, gibt es auch Lob: "Es gibt variable Arbeitszeiten, in denen die Gastfamilie sie braucht", meint ein Mitspieler. Beispielhaft in der Fortbildung. Gleiss hat seine interne Ausbildung weitaus weiter verfeinert - und das auf einem hohen Level.

Die Integration der Praktikantinnen und Praktikanten erfolgt exemplarisch, z.B. durch die Gelegenheit, an einer fingierten Firmentransaktion zu partizipieren und die Mitarbeiter als Coach zu beraten. Die hauseigene Academy, deren Lehrveranstaltungen auch Rechtsreferendaren offen stehen, existiert seit Jahren - neben der juristischen Englischausbildung und einer Vortragsausbildung. Bereits seit diesem Jahr können die Mitarbeiter die Präsenzveranstaltungen der Academy mit Web-Kursen verbinden.

Darüber hinaus sind die Unternehmensschulungen immer öfter auch für Mitarbeiter aus anderen Praxisteams offen - ein wichtiger Beitrag der Sozietät zur Verbesserung der internen Netzwerkbildung und Einheitlichkeit. Neu in der konzerninternen Fortbildung sind die speziellen Lehrgänge für Anwältinnen in den Bereichen Self-Marketing und Leadership. Dies erscheint auch deshalb notwendig, weil Gleiss bei der Förderung von Frauen in schlechtem Kontakt mit anderen großen Kanzleien steht: Obwohl der Frauenanteil bei Berufsanfängern über 40 Prozentpunkte beträgt, fällt ihre Rate bis zur Vollmitgliedschaft auf rund zehn Prozentpunkte.

Das bedeutet, dass die Firma keinen einzigen Millimeter über den vorstellbar tiefen Branchendurchschnitt hinausgeht - auch wenn die Bedingungen für mehr Karrierechancen für Frauen schon seit Jahren gegeben sein sollten: zum Beispiel eine Initiative "Women in Business" und Teilzeitangebote für alle Juristen. "Das Unternehmen muss auch das erleben, was es kommuniziert", sagt ein Mitarbeiter. Insofern darf das Gleiss-Klischee doch nicht so weit von der Wirklichkeit abgehoben sein.

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