Fortbildung Systemische Therapie

Weiterbildung Systemische Therapie

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Die systemische Therapie - ein Übersicht

Die systemische Therapie ist nicht das Gleiche wie die Familientradition, sondern sollte eher als ein Konzept für das Denken in Beziehung beschrieben werden (Cecchin, 1996). Der Begriff "systemische Therapie" und "systemische Therapie" wird oft gleichgesetzt. Spaetestens mit der stationaeren Individualtherapie (Boscolo & Bertrando, 1997) wurde klar, dass die systemische Therapie laengst nicht mehr nur eine Form der Therapie fuer Angehoerige ist, die ganz bis zur Grosselterngeneration reichen.

Stattdessen wurden Therapieansätze erarbeitet, die eine Veränderung des Rahmens "Familientherapie" erlaubten, aber die Therapieprinzipien, vor allem die Fragestellung nach dem für die gelungene Problemlösung maßgeblichen Gesamtsystem, beibehalten. Dabei sind die geschichtlichen und kunsttheoretischen Grundlagen der modernen Systemtherapie vielschichtig. Das kommunikationstheoretische Werk von Gregory Bateson et al (1969) bildete eine essentielle Basis für die Weiterentwicklung des Systemansatzes in der psychotherapeutischen Praxis.

Das Werk von Watzlawick und der so genannten Palo Alto-Gruppe (Watzlawik et al., 1974, Fish et al., 1982) sowie die Konzepte der so genannten Milan School (M. Castle-Palazzoli et al., 1977; Boscolo et al., 1992) führte zur Ausdifferenzierung der Maßnahmen sowie zur Rechtfertigung des ursprünglich "systemischen Familientherapie" genannten Grundgedankens der Psychotherapie.

Der strukturierte Familientherapieansatz (Minuchin & Fishman, 1983) und lösungsorientierte Lösungsansätze (De Shazer, 1988) hatten nach wie vor wesentlichen Einfluss. Das herausragende strukturelle Element der Systemtherapie ist die Familienarbeit und später die Zusammenarbeit mit Pärchen und Großsystemen, d.h. letztlich die psychotherapeutische Behandlung mit mehr als einer Pers. Auch in der Individualtherapie wird dieses strukturelle Element im Zuge von Systemkonzepten beibehalten: Hier ist sich der Behandler bewusst, dass Eingriffe, unabhängig von der Patientenarbeit, zwangsläufig Wirkungen auf das jeweilige Kundensystem haben, die es zu berücksichtigen oder zu verwenden gilt auf das jeweilige System (Familientherapie ohne Fami.; Weiss & Haertel-Weiss, 1991).

Wichtige Grundbausteine der systemischen Therapie wurden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fachgebieten durchdacht und erläutert: Dabei wurden vor allem die Begriffe der allgemeinen Systemtheorie, Kubernetik und Systemtheorie in die Theorie integriert. Bei der Fortentwicklung der systemischen Therapieverfahrenskonzepte wurden vor allem die Chaos- und Komplexitätslehre (Kriz, 1992) sowie der Konstruktivismus mit v. Foerster's Arbeit zur Physik der Physik und Physik der Physik berücksichtigt.

Die Selbstorganisationskonzepte von Maturana & Varela (1974) und die von Bateson (1979) beschriebenen binokularen Veränderungstheorien ergänzen das therapeutische Prozessmodell der Systemtherapie. Die systemische Vorgehensweise stellt kein störungsbezogenes Gesamtkonzept dar. Das vorgestellte Krankheitsbild wird als die bestmögliche Problemlösung für das Familiensystem in einer konfliktträchtigen Situation zum Zeitpunkt des Kontakts mit Fachkräften angesehen.

Infolgedessen wurde festgelegt, dass der Symptomträger, auch "Indexpatient" genannt, nicht die erkrankte Person, sondern das entsprechende Gesundheitssystem ist, in der Regel diejenige, in der sich die Krankheit ausbreiten kann. Nach dem weiter entwickelten VerstÃ?ndnis dieses Vorgehens sind die vorgestellte Erkrankung oder die daraus resultierenden Wechselwirkungen aktuell die bestmögliche Lösung fÃ?r das jeweilige Versorgungssystem in einer konfliktbehafteten Situation.

Es ist daher folgerichtig, eine respektvolle Einstellung zu den bisher erzielten "Lösungen" einzunehmen. Die systemische Therapie hat daher zum Zweck, die verfügbaren Lösungsansätze für das jeweilige Therapiesystem zu ergänzen. Gerade Repräsentanten des Lösungsansatzes reden daher nicht gerne über Therapie, sondern bringen diese Einstellung zum Kundensystem mit dem Terminus "Beratung" zum Ausdruck. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass sie sich mit dem Thema "Beratung" auseinandersetzen.

Aber auch unter diesem Verständnis von Störung bei bestimmten Erkrankungen können oft gefundene Familienmuster beschrieben werden, die zu therapeutischen Folgen führen (Beispiele z.B. in der Zeitschrift Maxi ( "Retzer") (1996) oder mit Rezepten für "gerade und merkwürdige Tage", wie sie bereits in der Zeitschrift Maxi-Palazzoli ( "Selvini-Palazzoli", 1979) zu finden auftauchen. Ein spezifisches systemisches Vorgehen, z.B. zur Therapie von depressiven Erkrankungen oder Angststörungen, steht im Widerspruch zum Verständnis von Erkrankungen in der systemischen Therapie.

Basierend auf den Prinzipien der oben genannten Theorie prinzipien sollen die therapeutischen Maßnahmen der Systemtherapie auf Änderungen im Kundensystem abzielen. Der Begriff wird verwendet, weil in der Regel nur ein einziges Glied des Kundensystems eine krankheitsfähige Erkrankung aufweist und die anderen Gliedmaßen des Kundensystems sich selbst nicht als Patient begreifen werden).

Dabei handelt es sich um einen Systemwechsel, der zur Heimstase mit der Einleitung von Irritationen führt, die dann das verfestigte Organ in Gang setzen und es neu organisieren. Bei diesem Verständnis des Prozesses bezieht der Behandler zunächst eine aktivere Position im Therapieverlauf, die dann zu einer begleitenden Position führt, wenn das Gesamtsystem gereizt ist.

Im Zuge der zunehmenden Erkenntnis der Realitätskonstruktionen des Kundensystems werden hypothetisch geführte, vernetzbare, aber im Prinzip störende Eingriffe angewendet (angemessene Ungewöhnlichkeit). Besonderes Augenmerk wird auf den Therapieverlauf gelegt, um das Kundensystem zum einen im Therapieverlauf zu erhalten und zum anderen mit Hilfe von neuen und ungewöhnlichen Eingriffen einen Wandlungsprozess einzuleiten. Im Systemverständnis ist die Änderung selbst dann nicht das Resultat eines Therapieeinflusses, sondern die vom Therapiesystem selbst erzeugte Folge einer durch gezielte Eingriffe ausgelösten Reizung.

Nach der Grundidee der chaostheoretischen Überlegungen wird davon ausgegangen, dass es unmöglich ist, vorherzusagen, wie sich ein Regelwerk als Reaktion auf eine Maßnahme ändern wird. Daher kann auch der Therapieerfolg oder -versagen nicht linear oder kausal vorhergesagt werden. Stattdessen sind sie das Resultat einer Therapieirritation des verknöcherten Körpers, die mit Hilfe dieser Irrtümer im Erfolgsfall eine im subjektiven Sinne angemessenere und nicht genau vorhersehbare Problemlösung aufzeigen kann.

Vor allem die Ka-bernetik zweiter Ordnung ist von zentraler Relevanz für Systemänderungen und damit für die Bauart (d.h. die Entstehung) und Dekonstruktion (die Auflösung) von Störungen: Die aus dem Konstruktivismus abgeleiteten narrativen Ansätze beschreiben auch die Konstruktionsweise von Realitäten durch systemische Überlieferungen, die im Alltag höchstwahrscheinlich als "Geschichten" behandelt werden.

Aus diesen Konstruktionen von Realität oder "Geschichten" können gestörte Bewegungsmuster entstehen, die dann die Erfahrung des Individuums oder einer Gastfamilie auf unterschiedliche Art und Weisen mitbestimmen. Wie oben dargestellt, gelten auch hier das Irritationsprinzip und die daraus resultierenden Prozesse der Selbstorganisation im Kundensystem. Zu diesem Zweck ist es notwendig, die Häufigkeit der Sitzungen so zu gestalten, dass das angestrebte Ergebnis der Übertragung der Verantwortlichkeit für Veränderungen oder Nichtänderungen wieder in das Kundensystem übertragen wird.

Dieser sollte bei Bedarf gekürzt werden, wenn viel im Kundensystem geändert wird und auf 8 Wochen oder länger mit wenig Systemwechsel ausgedehnt werden, um kleine Änderungen für die Behandler besser erkennbar zu machen. Die relativ geringe Zahl der Behandlungen, die in der Systemtherapie in vielen Fällen 10 Terminierungen nicht übersteigt, ist auch im Sinn dieser Therapieverlaufsgestaltung zu deuten.

Charakteristisch für die Systemische Therapie ist eine Vielzahl von Methoden, die von versierten Heilpraktikern in überzeugender Weise an die Anforderungen des entsprechenden Kundensystems angepaßt werden können (siehe auch v. Shippe & Schweitzer, 1996). Entscheidend ist ein hypothesengenerierender und hypothesengeführter Ansatz mit dem Bestreben, festsitzende und defekte Lösungsvorschläge zu lösen und es dem Kundensystem zu ermöglichen, andere Vorbilder zu erproben und an die Belange der Teilnehmer anzugleichen.

Grundlegende methodologische Ansätze der Systemtherapie beziehen sich zum einen auf die Charakteristika einer Systemhaltung und zum anderen auf gewisse Formen der Intervention und damit auf konkretes Handeln. Die systemische Einstellung ist geprägt durch die Begriffe Customer Orientation und Solution Orientation im Hinblick auf den Therapieverlauf sowie den Grundsatz der Unparteilichkeit in Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem Kundensystem. Dieser Ausdruck bezeichnet eher eine Einstellung, die zunächst die Bestellungen der Patienten in den Vordergrund des Therapiekontakts rückt.

In welchem Umfang eine formulierte Bestellung im Zuge der Therapie oder Therapie oder Therapie abgewickelt werden kann, ist dann Thema einer späteren Kooperation. Damit kann die Platzierung einer Stelle als Wunsche definiert werden, die jedoch lieber mit der Arbeitsagentur abgestimmt werden muss. So kann durch eine patientenorientierte Einstellung neben der Reihenfolge der anstehenden Topics auch ein Einblick in das Verhalten des Kundensystems bei der Hilfeleistung gegeben werden.

Ein lösungsorientierter Ansatz verweist zum einen auf die Idee, dass das vorgestellte Thema eine Problemlösung für ein anderes bekanntes Thema sein könnte und zum anderen auf die Idee, dass das Wissen um seine Herkunft für die Problemlösung nicht unbedingt erforderlich ist. Der Grundsatz der Unparteilichkeit verweist auf die Therapieeinstellung zu den verschiedenen Bereichen des Kundensystems: Hier ist es im Systemverständnis wichtig, nicht jede Einzelperson des Kundensystems aus ihrer Sicht ernst zu nehmen und ihnen die Gelegenheit zu geben, zu verstehen und angehört zu werden.

Grundlegende methodologische Grundlagen der Systemarbeit sind die Ausbildung von hypothetischen Grundlagen und die kreisförmige Befragung. Zu Beginn einer Therapie werden Thesen darüber aufgestellt, was der Betroffene oder das Kundensystem an die Therapieeinrichtung richtet, welche Zielsetzungen verfolgt werden und wie diese sich auf die familiäre Situation und die gestellten Problemstellungen auswirken.

Dabei werden diese Annahmen auf ihre Übereinstimmung mit den abgebildeten Realitätskonstruktionen und ihrem therapeutischen Nutzen hin untersucht, abgelehnt und geändert. Eine Fragentechnik wird als zirkuläre Fragentechnik bezeichnet, die dazu beiträgt, Annahmen zu treffen und zu testen sowie Änderungen in den Realitätskonstruktionen des Kundensystems vorzunehmen. Dabei werden die Mitarbeiter des Kundensystems wiederum nach Unterschieden und Verhältnissen zwischen anderen Mitarbeitern gefragt.

Dadurch wird eine Metaebene von Daten geschaffen, die ein Abbild der Strukturen des Kundensystems wiedergibt. Durch die ständige Einführung neuer Sichtweisen sind auch kreisförmige Fragestellungen therapiewirksam und durch die mittelbare Kommunikation neuer Erkenntnisse kann Widerstand aus dem Kundensystem vermieden werden. Lange Zeit wurde das Arbeiten mit der Einweg-Disc als fast zwingende Grundvoraussetzung für die Umsetzung der systemischen Therapie, vor allem der systemischen Familie, angesehen: Ein Therapeutenteam fragt abwechselnd das Kundensystem ab, während die nicht erwerbstätigen Kolleginnen und Kollegen hinter der Einweg-Disc das Zusammenspiel eines Teammitglieds mit dem Kundensystem verfolgen.

Ursprünglich war es das Hauptziel dieses Ansatzes, den Behandler so weit wie möglich daran zu hindern, mit dem Kundensystem zu interagieren und eine ganzheitliche Hypothesenbildung über die Realitätskonstruktionen des Kundensystems zu ermöglichen. Der Therapeut hat sich zum einen auf die Interaktion mit dem Kundensystem konzentriert. Zuerst wurden mit Hilfe von Zirkelfragen die verschiedenen Ansichten der verschiedenen Elemente des Kundensystems ermittelt und anschließend hinter dem Glas erörtert.

Bei der abschließenden Kommentierung oder der abschließenden Intervention wurde das Kundensystem dann bis zum nächsten Treffen verlassen. Diese Arbeitsform wurde mit der Vorstellung des Reflective Mannschaften ( "Andersen", 1994) auf die Raumarbeit umgestellt. Die Hauptunterschiede bestehen darin, dass bei der Zusammenarbeit mit dem Reflective Group im gleichen Zeitraum während des Gesprächs mit dem Client-System dieses Group ist.

Dies bedeutet, dass das Kundensystem das Projektteam, seine sprachlichen und nicht-sprachlichen Ausdrücke erfährt und das Projektteam der Präsenz des Kundensystems nicht entgehen kann. Daher beziehen sich die Moderationsregeln bei dieser Methodik in erster Linie auf die Würdigung aller Menschen im Kundensystem: In Kurzkommentaren denken die Mitarbeiter dankbar über das Gehörte nach und das Kundensystem hat dann die Gelegenheit, aus eigener Initiative zu kommunizieren, was für den Menschen wichtig war, was er oder sie hörte, welche Anmerkungen passen und was nicht.

In den fortgeschrittenen Formaten, in denen die strenge Disziplin des Reflexionsteams bis zu einem gewissen Grad abgeschwächt wurde, ist es von Bedeutung, dass jedem Beteiligten das Recht auf Anhörung und Gehör gewährt wird, sowie die Entscheidungsfindung, ob er sich ausdrückt, jedem Beteiligten freigestellt ist. Daher ist diese Methode besonders geeignet für die Zusammenarbeit mit konfliktträchtigen Kunden- und Hilfesystemen, in denen große Bedenken hinsichtlich gemeinsamer Kontakte bestehen. Für die Zusammenarbeit mit Kunden und Helfern ist diese Methode geeignet.

Zusätzlich werden unterschiedliche Diagnose- und Therapieformen eingesetzt, bei denen Diagnose und Therapie wie in anderen Therapiebereichen verschmelzen: Mit Instrumenten für die Familiendiagnose (Cierpka, 1996) können auch Konstruktionen und funktionelle Mechanismen der Familienrealität diagnostiziert werden. Am Anfang eines Therapieprozesses werden wie oben dargestellt unterschiedliche Befragungstechniken eingesetzt:

Um die Informationsgrundlage in der Zusammenarbeit mit der Familie und dem Paar zu erweitern, können unterschiedliche grafische Verfahren wie z.B. Kreisdiagramme verwendet werden, die von allen Angehörigen parallel oder separat von einander angelegt werden können. Eine besondere Bedeutung hat die Genogrammatik, die nicht nur als Mittel zur Diagnose und Hypothesenbildung, sondern auch als therapiewirksame Maßnahme eingesetzt werden kann (Hildenbrand, 2006).

Abschlusskommentare, Rezepte, Paradoxien als klassisches Verfahren der Milano School prägen vor allem das Ende einer Session, die dem Kundensystem eine mehr oder weniger eindeutig gestaltete Nachricht oder Aufgabenstellung bis zum nÃ? Dabei geht es bei der Rückmeldung zur vergangenen Zeit weniger um die Fragestellung, ob die Aufgabenstellung richtig durchgeführt oder die Nachricht richtig interpretiert wurde, sondern darum, wie sich die individuellen Elemente des Kundensystems und des Systems als Ganzes in der zwischenzeitlich mit dem Ende der vergangenen Ge zeiten gewandelt haben.

"Die Ritualarbeit (Imber-Black et al., 1993) ist zum einen in der Rezepttradition zu verstehen, zum anderen aber auch in Verbindung mit biographischen und kalendermäßigen Übergängen, die in vielen Gastfamilien über mehrere Jahrhunderte hinweg (Geburtstage, Abschiedspartys, Eheschließungen, Trauerfeiern usw.) ritualisiert wurden. Unterschiedliche Arten der Skulpturenarbeit und die Weiterentwicklung der Arbeiten mit Sternbildern und Sternbildern zielen darauf ab, die mögl. Lösungsmöglichkeiten für das Kundensystem zu erweitern.

So wird beispielsweise ein Angehöriger des Kundensystems aufgefordert, eine Plastik seiner Gastfamilie so einzurichten, wie er sie im Augenblick der Fragestellung erfährt. Das kann mit Hilfe von echten Menschen oder mit Hilfe von Hilfsmitteln geschehen, die das Kundensystem repräsentieren, aber eine grössere Entfernung zu den echten Menschen haben.

Beispielsweise kann den Kindern die Möglichkeit gegeben werden, ihre Familienansicht mit Hilfe von verschiedenem Spielzeug zu präsentieren, oder das Kundensystem kann durch Stühle dargestellt werden. Weil diese Methodik nicht nur sprachliche, sondern auch optische, auditive (falls echte Menschen eingerichtet werden) und taktile Erfahrungswerte transportiert, kann diese Form der Intervention zum einen sehr effektiv, zum anderen aber auch sehr stark in die Realitätskonstruktionen des Kundensystems einmischen sein.

Daher ist ein besonders verantwortungsbewusster Einsatz dieser Methodik erforderlich und eine weitere Therapiebegleitung des Kundensystems ist nachfolgend aufgeführt. Die therapeutischen Interventionen in von Kunden errichteten Aufstellungen sind auf ihre Aussagekraft und ihren Nutzen im Hinblick auf die Ausweitung der möglichen Lösungen auf das Kundensystem zu untersuchen.

Eine Intervention in Aufstellungen durch den Behandler oder das Therapeutenteam, die die verfügbaren Lösungsansätze des Kundensystems reduziert, ist in der Praxis mit einem systembiologischen Verständnis des Therapieverlaufs nicht kompatibel. Eine systemische Therapie zählt nicht zu den sogenannten Psychotherapie-Richtungsverfahren. Das heißt, dass eine systemische Familie nicht im Bewerbungsverfahren bei den GKV und Familie, Paar und auch Patientinnen und Patientinnen, die eine systemische Individualtherapie anstreben, selbst die Mittel dafür beschaffen müssen.

In der Kinder- und Jugendfürsorge ist dies in den Einzelstaaten unterschiedlich: Hier werden noch Teile, zumeist systemische Familientherapien, im Zuge einer aufwändigen Hilfsplanung teilfinanziert. Auf der anderen Seite gibt es bereits frühere Studien, die auf ärztliche Hinweise der Systemtherapie für ausgewählte Erkrankungen, insbesondere im Umfeld der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie, hindeuten (Wiedemann & Buchkremer, 1996).

Zudem werden in vielen ambulanten und tagesklinischen Anlagen der Psychotherapie und Psychiatrie als essentielle Bestandteile des Behandlungskonzeptes systemische Therapieangebote gemacht. Vor allem im Rahmen der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie gibt es gute Hinweise auf eine systemische Therapie und die Effektivität dieser Therapie. Auch bei der Zusammenarbeit mit grösseren Assistenzsystemen, wie sie oft bei der Therapie schwerkranker chronischer psychischer Erkrankungen zu finden sind, haben sich systemische Ansätze durchgesetzt und zu spezifischen Eingriffsformen geführt, wie beispielsweise den von Deissler et al (1995) beschriebe.

Boscolo, L.; Cecchin, G.; Hoffmann, L.; Penn, P. (1992): Familiäre Therapie - systemische Therapie.

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